קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Wochenabschnitt

Bild: "STILL LIFE WITH THE OPEN TORAH "

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WaEtchanan (09.08.2014)

Quelle und ©: Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland

Inhaltsangabe – Abschnitt für Abschnitt

1. Abschnitt (3:23 – 4:4)

WaEtchanan el-haSchem ba‘et hahi lemor … – Damals flehte ich den Ewigen an und bat: …

Moscheh fährt fort, sich vom Volk zu verabschieden und erzählt ihm, daß er G’tt nochmal gebeten hat, ihm den Einzug in das Land zu erlauben, ER ihm aber verboten hat, nochmals zu fragen. So steigt Moscheh auf einen Berg, von wo aus er das Land sehen kann. G’tt beauftragt ihn, seine „Vollmachten“ an Jehoschua zu übergeben. Als nächstes erwähnt er nochmal die Gesetze und Statuten (Torah und Mizwot), nach denen das Volk in Erez Jisrael leben soll. Nichts soll der Torah hinzugefügt werden und nichts soll ausgelassen werden.

Anschließend folgt eine erneute Warnung vor dem Götzendienst.

2. Abschnitt (4:5 – 4:40)

Entgegen aller Warnungen gegen vor Götzendienst prophezeit Moscheh, daß eine Zeit kommen wird, in der sich das Volk von G’tt abwenden wird und daher aus Erez Jisrael ins Exil gehen muß. Dann erst wird sich das Volk G’tt wieder zuwenden.

Moscheh betont die Einzigartigkeit des Volkes Jisrael und seine besondere Verbindung zu G’tt. ER hat das Volk durch Wunder aus der Mitte aller anderen Völker ausgewählt. Und darum verlangt Moscheh vom Volk, die Torah und die Mizwot treu zu befolgen. (1)

3. Abschnitt (4:41 – 4:49)

Im dritten Abschnitt bestimmt Moscheh drei Städte auf der Erez Jisrael gegenüberliegenden Seite des Jardens als Zufluchtsorte für jene, die ohne Absicht getötet haben.

4. Abschnitt (5:1 – 5:18)

Moscheh beginnt seine Wiederholung der Mizwot damit, nochmals die 10 Gebote (hebr. Asseret haDibrot, siehe auch Paraschat Jitro [Sch’mot 20:2 ff.]) aufzuzählen: (2)

  1. Ich bin dein G´tt, der dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat.
  2. Hab´ keine anderen G´tter vor (neben) mir!
  3. Erwähne meinen Namen nicht unnütz!
  4. Erinnere Dich des Schabbats, um ihn zu heiligen!
  5. Ehre Vater und Mutter!
  6. Morde nicht!
  7. Begehe keinen Ehebruch!
  8. Stehle nicht!
  9. Gib kein falsches Zeugnis gegenüber deinem Nächsten ab!
  10. Begehre nicht das Eigentum deines Nachbarn!

Er betont, daß dieser Bund nicht nur zwischen G’tt und der damaligen, sondern auch für alle künftigen Generationen des jüdischen Volkes gültig ist.

5. Abschnitt (5:19 – 6:3)

Moscheh erinnert an jene, die beim Empfang der Torah (Matan Torah) am Sinai zugegen waren. Sie fürchteten sich, G’ttes Stimme, die aus der Mitte einer Feuersäule und Rauch kamen, direkt zu hören. Die Stammesanführer kamen damals zu Moscheh und sagten ihm, daß er allein die Worte der Torah von G’tt direkt hören solle und ihnen sie dann überbringen solle.

6. Abschnitt (6:4 – 6:25)

Der erste Teil dieses Abschnittes beinhaltet den ersten Teil des „Sch’ma Jisrael“. Dies beinhaltet auch das Gebot der Einheit und der Einmaligkeit G’ttes. Das Sch’ma soll zweimal am Tag gesprochen werden. Das Schm’a führt auch das Gebot an, T’fillin auf dem Arm und dem Kopf zu tragen sowie eine Mesusa am Türrahmen anzubringen.

G’tt verspricht uns ein Land mit Überfluß, aber wir sollen G’tt nicht vergessen, der uns aus Ägypten und der Sklaverei herausgeführt hat.

7. Abschnitt (7:1 – 7:11) / Maftir (7:9 – 7:11)

Schließlich bereit Moscheh das Volk darauf vor, daß die Nationen, denen sie in Erez Jisrael begegnen werden, mächtiger als das Volk Jisrael sind. G’tt aber wird diese sieben kenaanitischen Nationen ob ihrer Götzendienste vernichten. Moscheh betont, daß G’tt den Bund mit denen halten wird, de ihn leiben und die seine Gebote halten.

Anmerkungen

  1. „WeSot haTorah …“ – „ Und dies ist die Lehre…“ (D’warim 4:44) wird gesagt, wenn die Torah hochgehoben wird.
  2. Es ist Brauch in der Synagoge zu stehen, wenn die 10 Gebote vorgelesen werden.

Haftarah: Jeschajahu 40:1 – 40:26

In dieser Haftarah erhalten die Propheten durch Jeschajahu von G’tt die Botschaft über das Ende der babylonischen Gefangenschaft.

Psalm 90 – Selbsterkenntnis und Gebet

Studiert jemand den Wochenabschnitt Wa’etchanan und dann Psalm 90, um einen Berührungspunkt zu finden, dann springt ein gemeinsames Thema gleich ins Auge. Der Wochenabschnitt beginnt mit einem Gebet von Mosche Rabbenu: „In jener Zeit flehte ich den Ewigen an und sprach. Herr, Ewiger, du hast angefangen deinem Knechte deine Größe und deine starke Hand zu zeigen. Ja, wo gäbe es einen Gott im Himmel und auf Erden, der es dir in deinen Werken und in deinen Machttaten gleichtun könnte. So lass mich doch hinüberziehen und das schöne Land sehen, dieses schöne Bergland und den Libanon“ (Dewarim 3, 23 bis 25). Und der erste Vers von Psalm 90 lautet: „Gebet (hebr.: Tefilla) von Mosche, dem Manne Gottes. Herr, Zuflucht bist du uns gewesen in allen Geschlechtern.“

Wie Raschi in seinem Kommentar zum zitierten Tora-Vers bemerkt, gibt es in der hebräischen Sprache zehn Ausdrücke für das Gebet. „Wa’etchanan“ verweist auf einen Gnadenakt: Mosche Rabbenu hat sich nicht auf seine Verdienste berufen, sondern um ein Gnadengeschenk gefleht. Rabbi Jochanan zog aus dieser Stelle den Schluss, dass ein Geschöpf keine Forderungen an den Ewigen stellen kann (Midrasch Dewarim Rabba 2,1).

Eine andere Seite des Gebets wird in Psalm 90 durch den Begriff „Tefilla“ zum Ausdruck gebracht. Wie Rabbiner Hirsch wiederholt bemerkt hat (Chorew, § 618; Kommentar zu Psalm 17, 1), bedeutet Tefilla nicht: Bitte, sondern vielmehr: „Selbstbeurteilung, das Streben nach Gewinnung einer richtigen Erkenntnis vor Gott.“ Dass es bei der Tefilla um Selbsterkenntnis geht, kann man sich am Beispiel von Psalm 90 deutlich machen. Der Psalmist betont die Ewigkeit Gottes: „Von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott“ (Vers 2) und unterstreicht die Vergänglichkeit des Menschen. „Unsere Lebenszeit währt 70 Jahre, und wenn es hoch geht 80 Jahre, und darin drängt sich Elend und Unheil, denn schnell enteilt es und wir müssen davon“ (Vers 10). Wer sich der Begrenztheit seiner Tage bewusst ist, der bittet den Ewigen mit dem Psalmisten: „Lehre uns unsere Tage zählen, damit wir weisen Herzens seien!“ (Vers 12).

Псалом 90 – Самопознание и молитва

При  чтении недельной главы Ваетханан и псалма 90  точка их соприкосновения – общая тема  сама бросается в глаза. Недельная глава начинается молитвой  Моше Рабену:
«И умолял Я Господа в то время, говоря: Владыка Господи!  Ты начал показывать рабу твоему  величие твоё и крепкую руку твою.  Да кто же тот бог на небе и на земле, к5оторый сделал бы подобное деянием  Твоим и  подвигам  Твоим? Дай перейду я и посмотрю на эту землю, которая за Иорданом, и  на эту гору прекрасную, и на Ливанон!» (Дварим  3, 23 – 25).

Первая строфа псалма  90  гласит:

«Молитва (на иврите: Тефилла)  Моше, человека  Всесильного (Бога). Господь! Прибежищем Ты был  для нас в каждом поколении».

В своём комментарии к приведенным выше строфам Торы Раши  пишет, что в иврите существуют  десять синонимов  для определения понятия «молитва». Ваетханан  указывает на акт милосердия. Моше Рабену не ссылается на свои заслуги, а просит о милосердии.  Раби   Йоханан делает из этого вывод о том, что  творение не может предъявлять Создателю никаких требований  (Мидраш Дварим Рабба 2,1).

Другая сторона молитвы определяется в псалме 90 как «Тефилла».  Раввин Гирш повторяет (Хорев, 618,    Комментарий к псалму 17,1), что Тефилла не означает не просьбу, а много больше  – «самооценку, стремление к получению от Бога  истинных знаний».  То, что при Тефилле речь о самооценке, можно видеть в псалме 90. Псалмопевец подчёркивает вечность Всевышнего: «…от века до века Ты  Всесильный  (Бог)!» (строфа 2). Следом говорится о  бренности  человеческой жизни: «Дни нашей жизни – семьдесят лет,  а при большой (крепости) – восемьдесят лет,  надменность их – суета и ложь,  ибо быстро мелькают они, и умираем мы» (строфа 10).  Тот, кто осознаёт ограниченность своих дней, молится вместе с псалмопевцем: «Научи нас вести счёт нашим дням, и мы наполним (наше) сердце мудростью» (строфа 12).