קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Wochenabschnitt

Bild: "STILL LIFE WITH THE OPEN TORAH "

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Ki Teze (06.09.2014)

Quelle und ©: Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland

Inhaltsangabe – Abschnitt für Abschnitt

1. Abschnitt (21:10 – 21:21)

Ki-teze laMilchamah al-ojeweichah … – Wenn du gegen deine Feinde in den Krieg ziehst…

Werden in einem Krieg Frauen als Gefangene gemacht, so darf sie nur nach einer bestimmten Prozedur zu des Soldaten Ehefrau werden, ansonsten muß er sie entlassen, ohne ihr ein Haar zu krümmen.

2. Abschnitt (21:22 – 22:7)

Wenn jemand zum Tode verurteilt und gehängt wurde, so soll der Leichnam nicht über Nacht hängen bleiben, damit der Boden, den G’tt als Erbbesitz gegeben hat, nicht verunreinigt werde. Vielmehr soll der Leichnam am selben Tag bestattet werden.

Wer ein Vogelnest findet, darf nicht Mutter und Jungtiere gleichzeitig entnehmen. In einem Weinberg darf man nicht zwei verschiedene Arten pflanzen.

3. Abschnitt (22:8 – 23:7)

Um das Dach eines Hauses sollst du ein Geländer bauen, so daß niemand herunterfallen kann. Ein Pfluggespann darf nicht aus einem Ochsen und einem Esel und deine Kleidung nicht aus Scha’atness (Gemisch aus Wolle und Leinen) bestehen. An den Ecken deiner Kleidung sollst du dir geflochtene Fäden machen.

4. Abschnitt (23:8 – 23:24)

Den Edomiter sollst du nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder. Und auch den Ägypter sollst du achten, denn auch du warst ein Fremder in Ägypten. Unzucht (Prostitution) ist verboten, ein Greuel ist es dem Ewigen. Vom Fremden darfst du Zinsen nehmen, aber nicht von deinem eigenen Bruder. Ein Gelübde, daß gegenüber G’tt abgegeben wurde, muß umgehend erfüllt werden.

5. Abschnitt (23:25 – 24:4)

Will man sich von seiner Frau scheiden lassen, so gebe man ihr den Scheidebrief (hebr. „Get“).

6. Abschnitt (24:5 – 24:13)

Im ersten Jahr nach seiner Hochzeit ist ein Mann vom Militärdienst befreit.

7. Abschnitt (24:14 – 24:19) / Maftir (24:17 – 24:19)

Einem Arbeiter darf nicht der Lohn vorenthalten werden. Nahe Verwandte müssen in einem Verfahren nicht für oder gegeneinander Zeugnis ablegen und niemand darf für die Taten seiner Eltern oder seiner Kinder belangt werden.

Die Witwe eines Verstorbenen ohne Kinder darf niemand anderen heiraten, es sei denn sie heiratet ihren Schwager oder die Beziehung wird durch die Prozedur mit Namen „Chaliza“ beendet, wonach sie jeden anderen heiraten darf.

„Sachor“ ist der letzte Absatz des Abschnittes: Erinnere dich daran, was dir Amalek angetan hat, als du aus Ägypten auszogst! Du darfst Amalek niemals vergessen und das Andenken Amaleks muß aus der Welt verschwinden.

Haftarah: Jeschajahu 54:1 – 54:10

Jeschajahu prophezeit, daß die Bnei Jisrael zahlreich sein werden, das Volk groß werden wird und gegen seine Feinde Bestand haben wird, denn Er ist auf seiner Seite. Er ist der Heilige des Volkes Jisraels, obwohl das Volk Ihn zeitweise verlassen hat – G’tt allein ist der Erlöser des Volkes und Sein Bund mit Jisrael wird nicht wanken.

Psalm 32 – Strafe und Sündenbekenntnis

Wer bestimmte Mitzwot der Tora übertreten hat, muss damit rechnen, dass ein jüdisches Gericht ihn zur Geißelstrafe verurteilt. Im Wochenabschnitt Ki Teze steht dieses Gebot: „Es sei aber, wenn der Schuldige schlagstraffällig ist, so hat ihn der Richter niederlegen und vor seinem Angesicht schlagen zu lassen, seiner Verschuldung entsprechend in bestimmter Zahl“(Dewarim 25, 2).

Wie der Autor von Sefer HaChinuch ausführt, ist ein Grundgedanke dieser Mitzwa (Nr. 594), dass der Ewige die Frevler züchtigen wollte, damit sie zu ihm zurückkehren und Sühne erlangen. Die Wichtigkeit der Umkehr (hebr.: Teschuwa) kann man nicht oft genug unterstreichen. Maimonides stellt in seinem Kodex (Hilchot Teschuwa 1,1) fest: „Ebenso bringt diejenigen, die vom Gericht zum Tode oder zur Geißelstrafe verurteilt worden sind, ihr Tod oder ihre Züchtigung keine Sühne, wenn sie nicht Teschuwa tun und ihre Sünde bekennen.“

Ki Teze hat man Psalm 32 zugeordnet, in dem von der Haltung zu begangenen Sünden die Rede ist. Über diejenigen, denen ihre Übertretungen verziehen worden sind, sagt der Psalmist:„Heil, wem die Missetat vergeben, zugedeckt die Sünde ist. Heil dem Menschen, dem der Ewige keine Schuld anrechnet, und in dessen Gemüt kein Trug ist“ (Verse 1 und 2). Raschi erklärt hierzu, dass Sünden nur dann getilgt werden, wenn man nicht im Sinn hat sie zu wiederholen – Reue ohne Besserungsabsicht ist Trug, keine Teschuwa.

Aus eigener Erfahrung berichtet der Psalmist, dass die Verweigerung von Teschuwa Leid anwachsen ließ: „Denn als ich mich schweigend verhielt, schwanden meine Gebeine, indem ich zu schreien hatte den ganzen Tag. Denn tags und nachts lag schwer auf mir Deine Hand, war mein Lebenssaft in Sommerglutendürre umgewandelt“ (Verse 3 und 4). Eine Wendung zum Guten brachte erst das vor Gott abgelegte Sündenbekenntnis: „Wie aber mein Vergehen ich Dir bekannte, meine Sünde nicht verhehlte, wie ich nur sagte: ich will über meine Verbrechen Gott bekennen, da hattest Du schon das Sündhafte meines Vergehens fortgehoben“ (Vers 5).

Псалом  32 – Наказание и исповедание в грехах

Тот, кто нарушил определённые Мицвот Торы,  должен считаться с тем, что еврейский суд приговорит его к наказанию кнутом. Эта заповедь содержится в недельной главе:

«То, вот, если заслужил побои виновный,  то пусть прикажет судья положить его и бить его при себе,  смотря по вине его по счёту» (Дварим  25, 2).

Как считает автор   «Сефер ха Хинух», основная мысль э той заповеди  заключается в желании Всевышнего наказать богохульников и достичь тем самым их возвращения и искупления. Важность возвращения –Тшувы трудно переоценить.  Маймонид констатирует в его Кодексе (Хилхот Тшува 1, 1):  «Таким образом, тем, которых суд приговорил к смертной казни или к телесному наказанию,  исполнение приговора не приносит искупления, если они  не совершили Тшуву и не раскаялись в своих грехах».

К Ки Теце  приурочили  псалом 32, в котором идёт речь об отношении к  совершённым грехам.    Псалмопевец говорит о тех, кому прощены были их прегрешения:  «Счастлив тот, кому прощено преступление его (и) грехи отпущены.. Счастлив человек, которому Бог не вменит греха, в чьём духе  нет лукавства» (Тегилим 32, 1 – 2).  Раши добавляет к этому, что искупление грехов возможно лишь тогда, когда не замышляют их повторения. Раскаяние без твёрдой решимости  более не грешить  – есть не Тшува, а обман.

На основании собственного опыта псалмопевец сообщает, что отказ от Тшувы увеличивает страдания:  «Когда я безмолвствовал, обветшали кости мои от вседневного стенания моего,   ибо день и ночь тяготела надо мною рука Твоя. Свежесть моя исчезла, словно в летний зной, навсегда» (строфы 3 – 4). Облегчение наступает лишь после признания своих грехов пред Всевышним:  «Сообщил я Тебе о проступке  моём  и не скрыл вины (моей), ибо сказал я:  «Признаюсь Богу о преступлениях  моих,  и Ты снимешь с меня вину греха моего»  (строфа 50).