קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Juden in der Welt – Brasilien – 2. Teil

         Weiter in unsere Brasilienreise, die nicht zum Fußball führt sondern zu starken jüdischen Gemeinden. Eigentlich wollte ich über die Schule Beit Yacoov schreiben, aber dann fielen mir wieder andere Unterlagen in die Hände.

         Man könnte sagen dass in Brasilien, drei Segmente genauso stark sind, Die Orthodoxen, die Orthodoxen Lubavitch (Beit Chabad) und die Liberalen und Reformisten, diese, zusammen, bilden auch eine Große Gemeinde. Mir persönlich sind die Chabad Tätigkeiten vertrauter, weil ich in dieser aufgewachsen bin. Mein Ur-Urgroßvater war Chassid.

         Aber dazu möchte ich sagen dass Juden alle gleich sind wenn sie sich an die von G'tt, durch Moses, vorgeschriebenen Gebote halten.

         Beit Chabad, Lubavitch ist eine sehr starke Gemeinde. Sie sorgen dafür, dass das traditionelle Judentum "lebendig bleibt", indem sie das Judentum in die Gegenwart bringen durch viele Kurse die geboten werden, während der ganzen Woche werden täglich Vorlesungen veranstaltet. Über das hebräische Alphabet, über Torah, und viele Aufklärungsthemen. Immer von Rabbinern, manche nur für Männer, andere nur für Frauen, aber auch für beide gemeinsam. Dazu kommt das Jews Learning Institut, ein Unternehmen das in der ganzen Welt vertreten ist, es sind im Ganzen 345 Adressen, und in Brasilien nur in Säo Paulo ansässig.

         Beit Chabad hat ein Projekt das nicht jüdisch krebskranke Kinder unterstützt, in der Richtung "eine Woche glücklich sein". Es werden Familien aus ganz Brasilien ausgesucht, von verantwortlichen Hospitälern und Ärzten, dessen kranke Kinder reisen können. Dieses Projekt wird auch von Fluggesellschaften und Hotels unterstützt, was ermöglicht dass diese Familien 5 Tage in Säo Paulo zu Gast sein können. Jedes Kind kann die Eltern und noch ein Familienmittglied mitbringen. Ehrenamtliche Frauen begleiten diese Gruppen von Montags bis Freitags indem sie jeden Tag ein anderes Programm bieten. Am ersten Tag gibt es eine Empfangsparty, dann fahren sie an den Strand, wo sie ein Seemuseum besuchen, dann ein Tag im Kinder Vergnügungspark, einen anderen Tag fahren sie raus zum Wochenendsitz der Gemeinde, wo sie sich austoben können, Pony reiten und spielen, es wird gebastelt. Sie vergessen ihre Krankheit, sie werden aufmerksam gemacht, dass wenn man positiv denk vieles anders sein kann.

         Der Rabbiner Shabsi Alpern, Direktor des Chabads Zentral, versteht es eine gute Beziehung zu den Behörden zu pflegen. Der Gouverneur von Säo Paulo stiftete der Gemeinde einen Grund wo ein jüdisches Kulturzentrum erbaut werden soll. Es soll auch der Sitz des Projeto Felicidade (das Projekt für krebskranke Kinder) werden.

         Zu Chabad möchte ich noch eine kleine Geschichte erzähle, es ist Tatsache. Dr. David Roysen, ein Abgeordneter in der Kamer in Säo Paulo, – (dort ist es etwas anders als hier in Deutschland, die Camara de Vereadores, sind Politiker die für die Stadt verantwortlich sind, Camara do Deputados, sind für den Staat, und Senadores sind im oberen Parlament, fürs Ganze Land zuständig) – hatte ein eigentümliches Benehmen. Wenn jemand zu ihm kam, um ihn um was zu bitten und es ein männlicher Jude war, bat er ihm als Dank den Tefelin zu tragen, wenn es eine jüdische Frau war, bat er sie die Shabbat Kerzen anzuzünden.

         Eine andere Seltsamkeit war, dass wenn ein Politiker erhoben wurden in seiner Karriere, empfiehl er ihm einen Brief an Rebe zu schreiben, um um seinen Segen zu bitten. Als Rebe antwortete schrieb er Gamara an statt Camara mit c. Er ging zu Rabbi Alpern und fragte ihm was das bedeutete, hatte Rebe sich verschrieben? Nein, sagte Alpern, ich glaube dass es dem Rebe lieb wäre wenn Sie ein Studientreffen einrichten würden in der Kamer, denn Gamara bedeutet lernen. Roysen folgte den Rat und jeden Donnerstag versammelten sich zwischen 20 bis 25 Personen, für die Alpern Unterricht gab. Diese Veranstaltung wurde von einem Mitarbeiter auf Band aufgenommen und an die Beteiligten verteilt.

         Diese Veranstaltung ergab, dass ein Junge zu Zeit 16 Jahre alt, sich sehr intensiv dem Judentum widmete, später in einer Yehivá in Nordamerika sich ausbildete und Rabbiner wurde, Rabbiner Shlomo Levy, der heute in Argentinien in seiner Chabad Synagoge viele jugendliche Anhänger hat. Kleine Ideen können große Folgen haben.

         Diese Aussage stammt vom Jahre 1980 in der Monatszeitschrift der Gemeinde, in der Alpern seine "Memorien" veröffentlicht. In Säo Paulo befindet sich die größte jüdische Gemeinde, unzählige Synagogen, Schulen, Yeshivot, u.a. Der erste Friedhof war ein Grund im Stadtviertel Vila Mariana mit 5.000m² dass 1919 von Maurício F. Klabin gestiftet wurde. Am 25 Februar 1923 wurde die erste Chevra Kadisha gegründet. Nachdem wurde 1954 noch ein Friedhof gegründet der Israelitische Friedhof von Butantan. (Butantan, ist ein Stadtviertel). Und im Jahre 2001 wurde der Friedhof von Embú gegründet. Embú ist ein kleiner Nachbarort vom der Hauptstadt Säo Paulo.

         Ich hatte schon die CIP (Liberale Gemeinde) im letzten Artikel über Brasilien erwähnt, sie haben auch ein sehr schönes Projekt, das "Kinderheim", für nicht jüdische Kinder. Es wurde 1937 gegründet, betreut 250 Kinder seit dem 3. Lebensjahr bis sie eine Berufsschule besuchen oder weiter studieren. Diese Kinder gehören zu Familien aus armen Verhältnissen. Es ist eine Ganztagsschule. Sie essen dort. Außer der Grundschulfächer, bekommen sie ärztliche Unterstützung, psychologische u. pädagogische Orientierung. Sie haben einen Sport und Spielplatz. Auch die Familien werden orientiert in der Richtung sich als Mensch zu bewerten, arbeiten und sich in der Gesellschaft einzufügen. Viele Jugendliche können infolge dieser Unterstützung bewusst ihren Beruf entscheiden. Sie lernen auch basteln, haben ein Gitarren Orchester. Sie machen oft Vorführungen. Die in der Schule hergestellten Produkte, werden im jährlichen Hobbymarkt verkauft. Alles mit Pädagogischer Anleitung. Dieses Heim wurde unter den 50 besten Unternehmen in den letzten Jahrzenten gewählt.

         Wie wir sehen können, werden die jüdischen Gemeinden in Brasilien sehr hoch geschätzt und respektiert.

 

      Shalom

Quelle: Bearbeitet und übersetzt aus der Monatszeitschrift von Chabad – BC News – September 2012 n° 11 und Morashá n° 70, Dezember 2010.