קהילה קונסטנץ

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Juden in der Welt – Im Diamantengeschäft

      "Ein Diamant ist für immer" – dieser Satz wurde 1948 von der Werbe Agentur N.Y. Ayer, für die Firma De Beers entworfen und wurde von der Werbezeitschrift "Advertising Age" als die beste des Jahrhunderts erwählt. Das zeigt welche Strategie die Firma anwendet. "Wir verkaufen Träume, keine Ware". Welche Frau wünscht sich nicht einen Diamant zu haben?

      Auch in diesem Gebiet haben wir Juden Jahrhunderte den Diamantenhandel bewältigt, diese leitende Position hält bis heute an. Seit den Ausgrabung bis zum Verbraucher. Israel ist heute eines der Dritt größten Zentren in diesem Industriebereich.

      Sei es wo es sei, in Antwerpen, in Mumbai oder in den Büros der Diamanten Börse in Ramat Gan in Tel Aviv, ein Geschäft mit Diamanten wird immer mit einen Händedruck und mit dem Spruch " mit Mazel und Bruche" ("mit Glück und Segen") abgeschlossen.

      Für einen jüdischen Geschäftsmann hat diese Geste denselben Wert wie ein legaler Vertrag und bedeutet: der vereinbarte Preis bleibt, und dieser muss respektiert werden.

      Diamanten sind bekannt seit dem 8. Jahrhundert vor der Zeitwende, nur sie waren rar, bis sie im 19. Jahrhundert unserer Zeit, in Afrika in reichen Minen entdeckt wurden.

      De Beer hatte seit dem schon fast das absolute Monopol.

      Aber es ist nicht alles Glanz was mit diesem kostbaren Stein verbunden ist. Viel Unterdrückung, Gewalt, halbe Sklavenarbeit, Ausbeutung aller Arten gehören auch zu der Geschichte.

      Israel unternahm eine Anzahl von Maßnahmen um den illegalen Handel zu verhindern. Und dadurch auch zu vermeiden dass Diamanten aus diese Gegenden, wo Menschenrechte nicht respektiert wurden, Zugang zu dem Handel hatten und mit diesem Geld kriminelle Unternehmen zu unterstützen und zu finanzieren.

      So war Israel, das erste Land dass eine Zertifizierungsmethode einführte, das Kimberley (SCPK), eine internationale Zertifizierung für rohe Diamanten, ungeschliffene. Zu Zeit haben 69 Länder dieses Zertifizierungs-System schon angenommen.

      Vor den 18. Jahrhundert kamen die Diamanten aus Indien und wurden von dort in alle Welt verteilt. Im Mittelalter brachten die Karawanen die Ware bis Aden oder Kairo wo sie dann eingetauscht wurden von jüdischen Kaufmännern für Gold oder Silber. Dieses wurde wiederum an ihren Händlern in Venedig, Litaneien oder Frankfurt weiter verkauft.

      In dem Christliche Europa waren wenige Berufe, die die Juden ausüben konnten, einer davon war der Diamantenschliff. Auch Geld mit Zinsen verleihen war ihnen erlaubt. Oft bekamen sie Edelsteine als Garantie für den Verleih. Dadurch sammelten sie auch Erfahrung um Steine zu bewerten.

      Zu Zeit der Inquisition waren Diamanten ein kostbares Gut, denn es war leicht, sie in der Flucht zu verstecken und wieder einzutauschen in ganz Europa für Geld.

      Auch in Brasilien wurden Diamanten gefunden, Holländer und Britten waren an dieser neuen Rute interessiert, nur England übernahm die Führung und im 18. Jahrhundert bewältigten sie das Diamantengeschäft sowie aus Indien wie auch aus Brasilien.

      London wurde zu dem Verteilerzentrum der rohen Diamanten. Unzählige Juden, besonders Sephardische, beantragten Wohnerlaubnis in England um Diamanten zu importieren.

      Antwerpen wurde das Zentrum der Diamantenwelt seit dem 19. Jahrhundert. In den vergangenen Artikeln über Afrika, schrieb ich schon über die Fundgruben in Afrika, die größten der Welt. Auch dass De Beer die Besitzer waren dieser Ländereien

      Als der 2. Weltkrieg ausbrach flüchteten viele Juden nach Israel, England und Nordamerika, auch nach Portugal wo sie ihre Geschäfte weiter führten. Aber viele haben es doch nicht geschafft und 30.000 wurden von den Nazis ermordet.

      Während der Kriegszeit wurden die Steine nach England verlegt mit einem Register und dort aufbewahrt. Nach Kriegsende ihren früheren Besitzer zurückgegeben, soweit dies möglich war. Und Antwerpen übernahm wieder seine Aktivitäten.

      Der Diamantendistrikt in Antwerpen befindet sich im jüdischen Stadtviertel, in der Nähe der Bahnstation und der Hovenierstraat, wo es üblich ist Gruppen von Hassidim anzutreffen, die ihre Geschäfte dort abschließen. Man könnte sagen es ist ein modernes shtetl. Es ist auch als das europäische Jerusalem bekannt.

      Dort finden sich auch 25 Synagogen und verschiedene jüdische Schulen. Die Stadt hat eine halbe Million Einwohner, 1.500 Unternehmen die mit Diamanten handeln im Großhandel wie im Einzelhandel. Dazu kommen vier Diamanten Börsen. Die älteste Börse wurde von Juden im Jahre 1904 gegründet.

      Auch Israel hat Schwankungen erlitten von denen es sich erholte. Im Jahre 1980 wurden 800 kleine Werkstätten gegründet. Aus einem Umsatz von 900 Millionen US$ Dollar wurden es 1,7 Milliarden US$ Dollar im Jahre 1986. Diese Ziffern stiegen jährlich. Im Jahre 2010 setzte der Diamantenmarkt ca. 13 bis 15 Milliarden US$ Dollar um pro Jahr. Vor ein paar Jahre wurde das neue Diamond Exchange District in Ramat Gan, Tel Aviv eingeweiht, es besteht aus vier großen Türmen die einander verbunden sind. Das Gebäude wird Diamond Tower genannt und dort findet der größte Diamanten Börsenausruf der Welt statt.

      Wie schon erwähnt hat Israel dafür gesorgt, dass Diamanten aus Konfliktgegenden keinen Zugang zu der Börse hatten. Deswegen wurde 1999 der Import aus Serra Leone verboten und die Diamanten Börse mache die Zuschriften der Händler ungültig, die mit illegalen Steinen handelten. Das bedeutete, dass sie sich in keiner Diamanten Börse mehr beteiligen konnten.

         

         Shalom

 

      Quelle: Zeitschrift Morasha/Juni/2010, S.71 bis 78