קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Mosaik

Shalom,
ich bin Chaya Petersen.

Historikerin und Therapeutin mit weiter Ausbildung in Seelensorge.
Wir werden uns ab heute jeder Woche treffen, Sie können von mir Chroniken,
Kurzgeschichten und Historische Daten über Judentum lesen.


Juden in der Welt – 3. Teil – Beit Yaacov Schule

         Da wir in den letzten Artikel über Kinder und Schulen (Erziehung) berichteten, möchte ich heute mein Verspreschen halten und über die Sephardische Schule Beit Yaacov erzählen.

         Eines der Grundlagen des Judentums ist die Erziehung, sei es im religiösen Bereich, sein es die allgemeinen Kenntnisse u. Pädagogischen Lehren, oder die Berufliche Ausbildung. Es ist bekannt dass in jeder neuen Ansiedlung, das erste was gebaut wird eine Synagoge und eine Schule ist.

         Unsere Weisen wussten von je her, dass ein Mensch mit Bildung und Kenntnisse sich selbst bewerten kann und infolge dessen ein freier Mensch sein kann. Freiheit ist nicht nur für uns Juden wichtig, sie ist das Recht jedes Menschen. Der Unterschied liegt nur darin: Freiheit mit Verantwortung und Freiheit aus Übermut.

         Die Schule Beit Yacoov wurde im Jahre 2001 mit Unterstützung der Safra Stiftung ermöglicht. Die Schule bietet die Grundstufe und Mittelstufe. In dem Lehrprogramm werden drei Sprachen (Englisch, Hebräisch und Portugiesisch) als obligatorisch eingeführt und gelehrt. Die Schule wird zurzeit von ca. 800 Kinder und Jugendlichen besucht. Die Erziehungsgrundlage besteht aus einer ausgezeichneten Akademischen Lehre vereint mit den jüdischen Traditionen. Die Jugendlichen werden ausgebildet um sich in den besten Universitäten zu bewerben, nicht nur brasilianische sondern auch internationale.

         Parallel zu den normalen Fächern, wie schon erwähnt, lernen die Kinder über Judentum, Ökologische Projekte zu entwickeln, wie z.B. Stromsparen, Recycle-Methoden neu betrachten, z.B. sie empfehlen die Plastikbecher zu ersetzen für "squeezes" (Flaschen mit Trink-Verschluss). Was die Direktion der Schule auch akzeptierte. Sie lernen sich an den ganzen Lebensprozessen und dem Gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Sei es im säkularen wie im Judentum. Wir man sagt: " sie lernen schwimmen".

         In dem Lernprogramm sind auch Reisen geplant, um die verschiedensten Angelegenheiten der Juden in anderen Ländern oder Staaten zu kennen. Die Reisen, die zusätzlich zu dem Studium gehören, beabsichtigen die Ergänzung der Vorbereitung fürs Leben.

         Meistens beginn das Programm, mit einem Besuch in Recife, Hauptstadt von Pernambuco, im Nordosten Brasiliens. Dort besuchten sie die erste Südamerikanische Synagoge, Kahal Zur Israel, und identifizieren sich mit der Geschichte der ersten Juden die nach Brasilien kamen. Diese Schüler gehören der 7. Klasse an, Jugendliche mit ca. 12 Jahren. Es bezweckt auch eine Vorbereitung für den Bar und Bat Mitzvá, dieses Projekt heißt in der Schule – Bnei Mitzvá Projekt.

         Recife wurde ausgewählt weil an diesem Ort die ersten sephardischen Juden sich niederließen, sie kamen mit der Holländischen Mission zwischen den Jahren 1630 e 1654, gründeten eine feste und stabile Gemeinde und bauten die schon erwähnte Syangoge Kahal Zur Israel.

         Zu dieser Gelegenheit besuchen die Schüler auch die Farmen wo das Zuckerrohr bearbeitet wird und von Juden gegründet wurde. Diese Tatsachen sind den meisten Brasilianern unbekannt. Die Geschichte Brasiliens zeigt nicht immer die wahren Pioniere. Juden haben viel beigetragen im Land, nur das bleibt leider im Hintergrund der Geschichte.

         Das Theoretische über den besuchten Ort bekommen die Schüler schon im Unterricht vermittelt, um es dann später "in loco" zu erleben.

         Dann gibt es eine Reise nach Nordamerika. Im Programm stehen auch Reisen nach Israel, und der bekannte Marsch fürs Leben, in dem einige KZs besucht werden. Damit sie erfahren von der Grausamkeit, die unsere Vorfahren erlitten haben. Auch was sich in Spanien und Polen ergeben hat wird unterrichtet und später besichtigt.

         Zum Abschluss der Grundstufe, im Jahre 2011, stand im Programm eine Akademische-Kulturelle Reise nach Nordamerika, in einer Partnerschaft mit der Brandeis Universität. Die Absicht war den Jugendlichen Gelegenheit zu geben ein intensives pädagogisches, Soziales und Erziehung-Tätigkeitsprogramm zu erleben, in dem sie zusätzlich die englische Sprache üben könnten und ihr Judentum verstärken.

         Sie wurden in jüdischen Familienhäusern untergebracht damit sie sich "zuhause" fühlen konnten. Nicht zuletzt war Hauptpunkt die Wohltätigkeit, indem die Schüler Verschiedene Sozialhilfe Unternehmen besuchten. Übrigens die Schule in Säo Paulo hat ein Programm – Projekt Chessed – genannt, indem die Jugendlichen unterrichtet werden über die jüdischen Werte der Solidarität, sie machen Tsedaká Kampagnen, besuchen Seniorenheime, u.a.

         Brandeis University – wurde 1948 gegründet und ist eine der jüngsten privaten Universitäten des Landes, und eine der wenigen jüdischen Universitäten in Nordamerika. Sie befindet sich in Waltham, Massachussets, in der Nähe von Boston. Sie besteht aus einem ausgezeichneten Dozententeam, mit einem hochwertigen Forschungsunternehmen, und im Jahre 2010 wurde sie unter den besten des Landes ausgezeichnet.

         In den Familienhäusern fanden die jungen Schüler viele Bräuche die sie selber zu Hause auch haben, sie erlebten einen Shabat in einer der wichtigsten Sephardischen Gemeinden der Welt. Während ihrem Aufenthalt in N.Y. besuchten sie Synagogen, Museum und Universitäten. Hier hatten sie auch Gelegenheit die berühmte "Spanish Portuguese" Synagoge Shearith Israel kennenzulernen, die im XVII Jahrhundert gegründet wurde von den Einwanderern aus Recife. Auf ihrer ersten Reise, hatten sie ja schon Kontakt aufgenommen in Recife mit der Geschichte dieser Juden. Als die Holländer vertrieben wurden in Brasilien, fürchteten sich diese Juden auch wieder von der Inquisition verfolgt zu werden und flohen nach Nordamerika.

         In Israel war das Bedenken groß, nach allerhand Erlebnissen und als sie vor dem Kotel, die Klagemauer, Abschied nahmen, hatten sie in ihrem Lebensgepäck bestimmt Grund um darauf stolz zu sein – ein Jude zu sein.

 

      Shalom

 

  Quellen: Bearbeitet u. übersetzt aus der Zeitschrift Morashá n° 70 und 73