קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Mosaik

Shalom,
ich bin Chaya Petersen.

Historikerin und Therapeutin mit weiter Ausbildung in Seelensorge.
Wir werden uns ab heute jeder Woche treffen, Sie können von mir Chroniken,
Kurzgeschichten und Historische Daten über Judentum lesen.


Shalom

Kurzgeschichte von Chaya Zinderstein

                       Ich bin zwar in einer fremden Stadt, aber in dem richtigen Stadtviertel. Ich suche eine Synagoge. Frage den ersten Fußgänger der mir vertraulich scheint ob er weiß wo die Synagoge ist.

                       – Syn …was? – fragt er mich.

                       – Synagoge. – sage ich, und bereue es dem falschen Bürger gefragt zu haben.

                       – Ah! Da wo die Langbärte beten? – fragte er, scheinbar stolz zu wissen um was es sich handelt.

                       –Ja, es sind Rabbiner und Religiöse – sage ich im Glauben erklären zu müssen, wenn auch nur oberflächlich.

                       – Schau, wenn Sie diese Allee entlang gehen, kommen Sie hin …

Ich bedanke mich, sage Shalom und gehe weiter. Ein älterer Herr der hinter mir kommt spricht mich an.

                       – Warum sagen Sie Shalom? – bevor ich antworten kann und meinen Gruß erkläre, spricht er weiter. – Shalom, Shalom, so ein Quatsch, es gibt keinen Frieden. Hier nicht und in Eretz Israel noch weniger.

                       Ich sehe Bitterkeit in seinen Augen, aber auch Traurigkeit. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Hätte es einen Zweck wenn ich erklären würde dass Frieden ein Seelischer Zustand ist, und dass auch wir ständig verantwortlich sind für den Frieden in unsere Umgebung sorgen und von dort der Frieden in Zirkel als Vibration sich weiter ausbreitet und immer eine größere Umgebungen befasst? Ich höre ihn wiederholen.

                       – Es gibt keinen Frieden, es gibt keinen Frieden. Der Frieden ist eine Illusion. Schauen Sie sich doch um. – sagt er dazu.

                       Ich fühle so viel Bitterkeit in seiner Stimme und vermeide es zu antworten. Ich sage nur:

                       – Shalom, bleiben Sie mit G'tt. – Dann gehe ich schnell weiter. Aber seine Worte lassen mich nicht los. Sie klingen mir weiter in den Ohren. "Es gibt keinen Frieden…" "Es gibt keinen Frieden…" Ich fühle dass ich was unternehmen muss und ganz schnell, um diese Botschaft zu löschen, dann schwenke ich mich im Kreis der weile ich Shalom, Shalom, Shalom schreie.

                       – Hören Sie doch auf zu schreien, sind Sie warnsinnig? Glauben Sie wecken ihren gott auf mit dieser Schreierei und er macht ein Wunder? – sagt mir eine alte Dame verärgert. Ich schaue sie tief in den Augen und sage:

                       – Shalom! Und gehe wieder meinen Weg weiter. Ich möchte die Synagoge finden. Und werde mich nicht von ungläubigen oder bequemen Menschen beeinflussen lassen.

                       Dann kommt mir eine junge Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm entgegen. Als wir uns begegnen lacht das Baby mich an und ich sage – Shalom! Es schlägt die Händchen zusammen quietscht vergnügt und sagt – shashom. Wir lachen, die Mutter und ich, verabschieden uns und ich höre ein lautes und herzhaftes – Shalom von der Mutter. So die Welt ist wieder in Ordnung, in Frieden und in Ordnung, wenigstens für mich.

                       Ich bin immer noch nicht an die Synagoge gekommen. Habe ich mich verirrt? Ich schaue mich um, sehe kein Gebäude das eine Synagoge ähnelt. Ich gehe weiter. Dann komme ich an einen Park vorbei wo Jungen Ball spielen, als sie mich sehen halten sie an zu spielen und schreien in einer Stimme – Shalom Morá… – Ich winke ihnen zu und sage: – Shalom Kinder … Shalom.

                       Dann sehe ich die Synagoge, wie schön sie ist. Als ob sie mich aufnehmen will, umarmen, schützen. Durch ihr glaube ich an den Frieden, sie ist nämlich das Symbol von meiner Verbindung mit G'tt, und wo G'tt sich befindet da ist auch Frieden, Verständnis und Harmonie. Ich möchte läuten, aber mir scheint es sie läutete schon bevor ich drücke. Es läutet immer weiter. Ich wache auf, es ist mein Telefon das läutet. Ich habe von den Frieden geträumt. Ist Frieden nur ein Traum? Shalom.