קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Mosaik

Shalom,
ich bin Chaya Petersen.

Historikerin und Therapeutin mit weiter Ausbildung in Seelensorge.
Wir werden uns ab heute jeder Woche treffen, Sie können von mir Chroniken,
Kurzgeschichten und Historische Daten über Judentum lesen.


Wir Juden in Deutschland. (II)

    Im Jahre 1711 entstand in der Judengasse, ein Brand im Hause des Rabbiners Naftali Kohen, dieses Unglück betraf nicht nur ihm und seine Familie, sondern ein großen Teil der Jüdischen Gemeinde denn, das Feuer verbreitete sich schnell auf den Nachbarhäusern. 500 Häuser und die Synagoge wurden Zerstört. Vielleicht waren es, die Zahlen schwanken, 3.000 bis 4.000 Obdachlose. Er wurde sogar verantwortlich für diesen Brand gemacht, die verschiedensten Gründe waren hervorgebracht; er wurde sogar verhaftet, aber denn doch wieder freigesprochen weil die Anklage als absurd galt.

    Dieses Unglück führte auch dazu dass viele Juden bei Christen Unterkunft fanden und dadurch mit ihnen verkehrten.

    Die Judengasse wurde sofort wieder aufgebaut; musste aber im Jahre 1714 wegen ein Kaiserliches Verbot unterbrochen werden. Der Bau wurde vollendet im Jahre 1719.

    Aber wollen wir uns etwas zurück wenden in der Zeit und andere europäische Länder betrachten. Z.B. in den westeuropäischen Ländern begann der Kampf der Kirche gegen die Juden als "Ketzer", schon zu Zeit der Kreuzzüge, die ersten in 1096.

    In Frankreich wurden wir Juden in 1180 ausgewiesen, 1198 durften wir zurück. Viele Jüdische gelehrte und Unternehmer haben sehr viel beigetragen für die Entwicklung des französischen Landes. Juden sind eben erfolgreiche Menschen und das war auch immer einer der Gründe unsere Verfolgung. Das Jüdische Volk ist im großen Ganzen ein aufgeklärtes Volk, denn wie gewusst, die Torah ist nicht nur ein religiöser Wegweiser es enthält Vorschriften fürs Leben, in alle Situationen. Das störte nicht nur die ländlichen Behörden aber besonders die kirchlichen. Denn ein aufgeklärtes Volk kann nicht manipuliert werden!

    1394 wurden die Juden endgültige aus Frankreich verwiesen. Auch in England erlitten die Juden ständige Verfolgung unter der Regie von Richard Löwenherz.

    1141 wurden die Juden in Spanien zur Konversion gezwungen von den Muslem. 1144 die Anklageschrift gegen die Juden in Norwich, England.

    Diese Historischen Daten sind in kleineren oder größeren Mengen die Saat gewesen, sie prägten sich im Unbewussten der Menschheit ein, und jede neue Unruhe war eine Gelegenheit um die Juden im Blickpunkt zu setzen und als Verursacher gelten lassen. Das ist unsere Geschichte.

    1215 befiehl der Papst Inocencio Dritter das Juden einen "Judenstern" tragen müssen.

    1242 wird in Paris ein Talmud verbrannt; 1290 werden Juden aus England verwiesen, 1348 wurden wir für die Schwarze Pest verantwortet. Dann kam 1492 der große Schlag: die katholische Inquisition.

    Die ganzen Gesetze der Römischen Kirche waren ein reiches Vorbild für Hitler. Die Begrenzung der Geschäfte für Juden, ihnen war es verboten "Ehrliche Gewerbe" zu führen. Nur der Trödelhandel und der Geld Verleih war ihnen gestattet. Das führt dazu uns als Wucherer zu benennen. Der Grund aber war die Rechtsunsicherheit die die Zinsen höher setzten, man könnte sagen mit "Genehmigung" des Kaiserhofes. Viele vom hohen Adel begünstigen sich davon. Nur der schlechte Ruf über uns ist geblieben. Juden sind heute noch die besten Geschäftsmenschen, ob Frau oder Mann. Aber diese Begabung die uns, so zu sagen, in der Wiege gelegt wird, kommt auch dadurch dass wir eben mit eine höhere Macht eng verbunden sind.

    Im Psalm 119, der die hebräischen Buchstaben darstellt, im Mem kann man lesen: "Deine Vorschriften machen mich weiser als meine Feinde, weil diese Vorschriften mich ewig begleiten. Bin weiser als alle meine Lehrer, weil ich über Deine Vorschriften nachdenke. Bin weiser als die Älteren weil ich Deine Vorschriften folge. (v.98-100)

    Nach dem Jahre 1740, d.h. "die zweite Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts war eine Zeitenwende vor dem Aufkommen der Französischen Revolution mit spezifisch neuen geistigen Impulsen und in Deutschland gekennzeichnet durch das ‚In die Welt'-Treten des deutsch-jüdischen Philosophen Moses Mendelsohn, der Vorkämpfer für Aufklärung und Emanzipation der Juden in Deutschland.' (in Neunhundert Jahre Frankfurt am Main, S.44)

    Auch zu dieser Zeit verfasste der universal gelehrte Arzt Dr. Archer Anselm Worms, in Frankfurt, das bekannte Lied für die Pessach Feste – Ein Lämmlein, ein Lämmlein (Chad Gad'iá) London, 1785.

    Zu dieser Zeit war Frankfurt, "geradezu ein Zentrum der jüdischen Gelehrsamkeit, von wo später bekannte Rabbiner in der großen Welt kamen".