קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Mosaik

Shalom,
ich bin Chaya Petersen.

Historikerin und Therapeutin mit weiter Ausbildung in Seelensorge.
Wir werden uns ab heute jeder Woche treffen, Sie können von mir Chroniken,
Kurzgeschichten und Historische Daten über Judentum lesen.


Wir Juden in Deutschland. (III)

        Als wir noch nicht als Jüdisches Volk bekannt waren, (diese Ernennung kam später in Folge unsere Niederlassung in Reich Judäa), sondern Hebräer waren, und in Ägypten als Sklaven lebten, wurden wir schon verfolgt wegen unsere Treue zu einen G'tt. Dass hat sich nicht viel geändert im Verlauf der Tausende Jahre unseres Dasein.

        Wir sind es gewohnt von guten Zeiten in schlechten Zeiten überzugehen. Wir leiden die schlimmsten Beleidigungen und trotzdem freuen wir uns über unsere erneuten Siege. Und so konnten wir auch trotzt Verfolgungen eine gewisse Gerechtigkeit erleben.

        Vielleicht entspricht der Psalm 118 unsere Geschichte an besten: "Dieser ist der Tag den Adonai geschaffen hat, loben und erfreuen wir uns darüber." (v.24) aber gleich danach: Oh! Adonai, bitte, rette uns. Oh! Adonai, bitte, gib uns Erfolg. (v.25).

        Mitte des 17. Jahrhundert wurden wieder Maßnahmen "sichtlich" die den Juden etwas mehr Freiheit gaben. Wenn auch nur gering und vorübergehende. England begann mit der "Judenemanzipation" was bedeutet dass Juden als Bürger des Landes anerkannt und gleichgestellt wurden. 1776 erkannten die Vereinten Staaten diese als "Erklärung der Menschenrechte". 1791wurde die Emanzipation in Frankreich gegen den heftigen Widerstand des Geistlichkeit gesetzt. Erst 1848 erkannten die deutschen Behörden diese Emanzipation und 1869 wurden denn die letzten staatlichen Einschränkungen aufgehoben. 1874 schloss sich auch die Schweiz an, aber nur mit viel hin u. wider. Dann 1876 wurde es in Spanien anerkannt, in 1910 in Portugal und 1917 in Russland.

        Die Jüdische Geschichte ist bereits voller Paradoxe, übrigens hat Dr. Nahum Goldmann schon ein Buch geschrieben "Das Jüdische Paradox" in dem er seine Meinung über das Judentum äußert:

        "Heute noch ist es fast unmöglich zu sagen ob Jude sein zu einem Volk gehören oder eine Religion folgen bedeutet. (…) Judentum ist eine Religion, ein Glauben, ein Volk, eine Nation, eine Kulturelle Gemeinde, usw. Keine Deutung ist immerhin vollkommen korrekt oder vollständig. Das Jüdische Volk ist was Seltsames und eigenartiges. Nur im Hebräischen gibt es Ausdrücke um es genau zu erklären, aber keine Übersetzung trifft die reale Bedeutung zu."

         Dr. Nahum Goldman war auch einer der sich stark eingesetzt hat damit von Deutschland das "Gutmachen Geld" für die Juden ausbezahlt wurde.

         Warum deute ich auf diesen Kommentar? weil so wie die Könige und Päpste uns verfolgten und unsere Konversion verlangten, so brauchten sie auch die Dienste unsere hoch fähigen Ärzte. – Im Mittel Alter waren die Jüdischen Ärzte sehr berühmt. Sie wurden aus der Ferne gerufen um erkrankte Könige zu behandeln. Wurden von vielen europäischen Adel um Rat gebeten. Fast alle Spanische Höfe besitzten ihren eigenen Jüdischen Arzt!! Auch ein römischer Papst, anscheint war es Inocencio Dritte, derselbe der den Juden befahl ein jüdische Zeichen an den Kleider zu tragen, hatte einen Jüdischen privat Arzt. Die französischen und englische Könige, die Dodge in Venezia, alle vertrauten ihr Leben, ihre Gesundheit in den Hände der Jüdischen Ärzte.

         Es waren Ausnahmen, natürlich, die allgemeine Jüdische Bevölkerung litt unter die schlimmsten Erniedrigungen. Die Verfolgung in Portugal, in Spanien und Frankreich brachten uns dazu die ganze Welt zu bevölkern. Unsere Erfolge werden nicht gerne erwähnt. Nur wir haben über 170 Nobel Preise in unsere Geschichte zu verzeichnen!

         Dann kam wieder die Zeit in der wir flehen mussten, – Oh! Adonai, bitte, rette uns…– und das macht sich bald in Deutschland besonders am stärksten erkennbar.

         Da wo wir Juden unsere Kenntnisse einführte, unsere Kultur, denn die Germanen waren ja ein rohes Volk in der Vergangenheit. Spiritualität ist heute noch nicht ihre Stärke. Unseres Wohlhaben, unsere Ansichten, Sitten, Wissen, unserer Glauben, alles störte auf einmal den Deutschen. Das war ein Anlass für die Auswanderung, nach USA, Brasilien, Argentinien, u.a. sogar nach Schanghai sind tausende Juden ausgewandert und aufgenommen worden. Zu dieser Zeit flüchteten noch viele erst mal nach Polen und Ostländer, aber dann, wurden wir auch dort von den NZ verfolgt und ermordet.

         Der Grund zu so einer Massenermordung ist und bleibt unbegreiflich. Menschen sind die schlimmsten Tiere sagt man, aber ein Tier mordet um sein Hunger zu stillen oder nur wenn er sich in große Gefahr fühlt und befindet. Der Neid und die Missgunst töten tatsächlich mehr als ein normaler Krieg.

         Aber wenn wir hinter den Kulissen schauen entdecken wir dass es zu jeder Zeit Juden gab die sich einsetzten um ihre Brüder zu verteidigen. Ein gutes Beispiel ist der Anwalt Adolphe Crémieux aus Frankreich.

         Er wurde 1796 in Nîmes geboren, als Sohn von Rachel und David Crémieux, studierte in einer Jüdischen Schule, dann im Bonapartes Lycée in Nîmes, später im Kaiserlichen Lycée du Paris, wo er der erste angenommene Jude war. Sein Studium beendete er in der Universität von Aix-en-Provence. 1817 leistete er sein Examen bei der Anwalt Order in Nîmes und begann seine Karriere.

         Trotzdem er dem Judentum treu war, war er Republikaner und ziemlich "akkulturiert". Zu dieser Zeit musste ein Jude, wenn vor Gericht mit nicht Juden, eine extra Schwörung machen, die "more judaico". Dieser Brauch stammte vom Mittelalter her und diente um die Juden zu erniedrigen. Diesen Brauch abzuschaffen war Crémieux sein erstes Ziel. Er selber wurde davon getroffen als ein Richter zu einer Audienz von ihm verlangte dass er das "more judaico" sagen musste da er ja ein Jude ist. Der junge Anwalt reagierte sofort und weigerte sich. Fragte dem Richter. "– Bin ich in eine Synagoge? Nein, ich bin in einen Gerichtssaal. Bin ich vielleicht in Jerusalem? Nein, ich bin in Nîmes, Frankreich. Bin ich nur ein Jude? Nein, ich bin auch ein französischer Bürger."

         Nach einen Zweiten Fall in dem ein Jude sich auch weigerte diese Blamage zu sagen und nach vielen Debatten wurde es abgeschafft und Juden schworen wie alle Bürger und wie es vorgeschrieben war – Ich schwöre.

         Diese sind Beispiele von Juden die stolz sind ein Jude zu sein, die ihr eignes Leben oft aufs Spiel setzen um ihre Herkunft und die der anderen ihres Gleichens zu verteidigen.

Shalom.