קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Mosaik

Shalom,
ich bin Chaya Petersen.

Historikerin und Therapeutin mit weiter Ausbildung in Seelensorge.
Wir werden uns ab heute jeder Woche treffen, Sie können von mir Chroniken,
Kurzgeschichten und Historische Daten über Judentum lesen.


Die Rolle der Frauen im Judentum – 08.12.14.

         Werden unsere Frauen wirklich unterdrückt? Fühlen sie sich untergeordnet?

         Wir richten uns nach der Torah, sie ist unser Wegweiser und dort kann man lesen schon zu Abrahams Zeiten dass G'tt ihm empfahl: "Folge was Sarah (seine Frau) dir sagt… "Sie galt als eine sehr kluge und bescheidene Frau."

         Der Rabbiner Usi Teitelbaum sagte mal dass Miriam, die erste Feministen gewesen sei. Sie äußerte sich gegen Moshes Anweisungen und wurde bestraft mit einer Hautkrankheit. So, laut den Rabbiner: " Sie wurde bestraft aber sie gab ihre Meinung". Miriam die Schwester von Moshe und Aaron setzte sich oft ein für Ihr Volk, das jüdische Volk. Miriam bedeutet Maror, Bitterkeit, d.h. sie war sensibel für die Bitterkeit und das Leid Ihres Volkes.

         Wir erwähnen in unseren Gebeten immer unsere vier Matriarchaten Sarah, Rebeca, Lea u. Rachel, diese, jede auf ihre Art, waren wichtige Frauen in der Geschichte des Judentums.

         Dann haben wir Ruth, sie war die Vorfahrin des Königs David.

         Nächste Woche beginnt unseres Lichterfest Chanuká (ich werde darüber im nächsten Artikel schreiben) jetzt möchte ich nur die Frauen erwähnen, die eine wichtige Rolle gespielt haben bei diesem Ereignis.

         Chanukka ist das Fest der Lichter und dazu gibt es so allerhand interessantes zu wissen, z. B. was die Frauen anbetrifft, es ehrt die Frauen besonders.

         Hanna, war die erste Frau die als Heldin galt in der Geschichte über Chanukka, denn sie und ihre 7 Söhne wurden getötet weil sie sich nicht den fremden Länderbräuchen und Glauben fügten.

         Judith ist zugesprochen, dass sie diejenige war die den Makkabäus Kampf anstiftete für unsere Freiheit. Ihr ist es auch zu verdanken dass zu Chanukka Milchwaren verzerrt werden, weil Sie auf verbotene Gerichte verzichtete als sie zu Gast bei Holofernes, des assyrische Feldhauptmanns, war.

         Weiter erfahren wir, dass die Frauen von diesen beiden Hanna und Judith vertreten werden, weil sie eine wichtige Beteiligung hatten. In Folge dessen können die Frauen heutzutage die Kerzen anzünden und brauchen keine Hausarbeiten machen derweil die Lichter brennen.

         In Avignon, Frankreich, im 18. Jahrhundert, war es erlaubt, während Chanukka, dass die Frauen in der Synagoge bei den Männern saßen.

         Wir können aber in der Gegenwart eine wichtige Frau nennen: Golda Meir,( 1898 Kiew – 1978 Jerusalem) ihr ist es zu verdanken das viele Ereignisse in Israel und in der Jüdischen Welt zu Stande gekommen sind, unter anderem die Gründung des Staates Israels.

         Auch unter anderen Völkern waren Frauen wichtige Persönlichkeiten, z.B. Indira Ghandi, (1917-1984) (Indien). Premier Ministerin die einen großen Einfluss in der Indischen Politik hatte und eine respektierte Persönlichkeit war in der ganzen Welt.*

         Benazir Butho (1953- 2007 Pakistan) die erste Frau die als Premier Ministerin gewählt wurde in einem Muslimischen Land. Dieses Amt besetzte sie zwei Mal. Sie wurde 2007 mit Schüssen ermordet in einem Attentat. *

         Hildegard von Bingen (1098–1179) (Deutschland) war eine Frau die für ihre Zeit ausgewöhnliche Macht hatte, sie war Ärztin, Theologin, Naturheilpraktikerin, u.a. ihr Name ist heute noch bekannt durch unzählige Naturprodukte. *

         Madame Marie Curie (1867 Polen-1934 Frankreich) ist auch eine Frau von der die Rede war. Die erste Person die zwei Nobel Preise bekommen hat, in Physik und Chemie.*

         Diese Frauen vernachlässigten vielleicht ihre Familien um sich mit Leib und Seele ihrer Aufgabe zu widmen, diese Tat war aber für die ganze Menschheit eine Wohltat.

         Sie fürchteten die Diskriminierung nicht der sie bestimmt entgegen sehen mussten. Sie hatten ein Ziel und kämpften darum. Sie verloren auch nicht ihre Weiblichkeit im Gegenteil, sie wusste wie sie ihre Macht ans Tageslicht brachten. In Isaias 30, v.15 können wir lesen: "In der Ruhe und im Vertrauen schöpfe ich meine Kraft"

         Was man von vielen Feministen von heute wohl nicht immer sagen kann, sie denken nur an ihre eigenen Rechte. Sie haben vergessen dass sie dadurch das Familienleben zerstört haben, und zufrieden sind sie auch nicht.

         Frauen brauchen vorrangig RESPEKT, sie sollen respektiert werden als Mensch. Ein wichtiger Mensch.

         Viele glauben, dass die jüdische Frau nur da ist um Kinder in die Welt zu bringen und die Shabat Kerzen zu zünden. Das ist ungefähr die Meinung von manchen.

         Dazu kommt noch ein Vers aus dem Morgengebet der Männer, das heißt …"SheLo Assani ishá" … dass Du mich nicht als Frau gemacht hast … das ist natürlich Wasser auf den Mühlen der Feministen. Aber unsere Weisen erklären uns dass dieser Spruch nicht so gesehen werden soll wie er uns scheint.

         Denn schon zur Zeit der Prophezeiungen wurden 7 Prophetinnen ernannt. Ich erspare mir meine eigene Meinung dazu zu sagen, aber sie ist bestimmt nicht negativ. Ich glaube dass G'tt die Frau mit genauso wichtigen Aufgaben geschaffen hat wie den Mann, nur es sind eben andere.

         Eine Frau wurde so gebaut dass sie ein neues Wesen tragen und ernähren kann bis es ausgewachsen ist und zur Welt kommen kann. Ihr Leib ist die erste Wiege dieses Wesen, es liegt der Mutter unterm Herzen, so fühlt es sich nicht alleine. G'tt sorgte auch dafür dass diese Mutter Nahrung produzieren kann für das neu geborene Kind. Wunder der Natur die nur eine Frau erleben kann!

         Im Judentum ist die Ehe sehr wichtig. Man glaubt dass eine Frau oder ein Mann alleine nur ein halber Mensch ist. Die Ehe macht uns vollständig. Im Hebräischen heißt der Mann Ish und hat die Silbe Yud, die Frau heißt Ishá, hat die Silbe Hei; beide bilden einen von den Namen G'ttes.

         Viele Gebete braucht die Frau nicht zu machen, das kommt daher dass sie oft mit den Kindern und dem Haushalt beschäftigt ist und nicht zu gewissen Stunden alles stehen und liegen lassen kann. Aber sie ist genauso verpflichtet die 365 "nicht machen" (Verbote) und die 248 "machen" (Gebote) zu folgen.

         Heute zu Tage sind die meisten Frauen, auch Orthodoxe, beruflich beschäftigt. Als Ärztin, Journalisten, Anwältin, Lehrerin u.a. Sie beteiligen sich aktiv in den Gemeinden, wo sie für Kurse, ehrenamtliche Angelegenheiten, Cashrut Abteilung, News Letters u.a. verantwortlich sind. Oder indem sie ihren Männer, Rabbiner, zur Seite stehen in allem was die Gemeinde fordert. Andere jüdische Frauen leiten eigene Geschäfte. Ihnen ist bewusst welche Verantwortung sie haben dem Judentum gegenüber außer ihrer Arbeit, sie sorgen dafür dass das Judentum nicht ausstirbt.

         Schauen wir in einer anderen Richtung. Es gibt christliche Sekten die ihren Frauen verbieten Schmuck zu tragen, ich weiß es denn ich habe oft Seidenschals für sie verkauft, das ist der einzige "Luxus" der ihnen erlaubt ist.

         In anderen christlichen Gemeinden sitzen die Frauen getrennt von den Männern. Die Pfarrer dieser Gemeinden sind der Meinung, dass wenn Mann und Frau zusammen sitzen über Haushalts oder Kinder Angelegenheiten sprechen könnten und sich abwenden würden von dem was sie im Grunde machen sollten, d.h. sich G'tt widmen.

         So, sind wir jüdische Frauen nicht die einzigen die getrennt sitzen. Wir gehen zum G'ttesdienst um zu beten, und nicht zum Flirten. Der Kidush wird ja gemeinsam gemacht. Der G'ttesdienst ist ein Moment in dem jeder alleine für sich ist um eine Begegnung mit G'tt, zu haben, das sollte jedem bewusst sein.

         Unsere Weisen sagen auch, dass die Frau eine viel größere Beziehung zu G'tt, hat weil die Torah die Mutterschaft und das Sorgen für ein harmonisches Familienleben vorzieht. Das ist auch der Grund das Frauen verschiedene Mitzvot nicht folgen müssen. Und weil der Mann alle machen muss, ist er dankbar und sagt - " dass Du mich nicht als Frau gemacht hast."

         Man kann Anstoß daran nehmen, aber man kann es auch als selbstverständlich sehen. Es kommt immer darauf an wie frustriert man sich als Frau fühlt.

 

Shalom

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