קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Rosch HaSchana

Maariw Erev Rosch Haschana-29 Elul 5773 (4 September 2013, Mittwoch)-18:30

Schacharit 1 Tag Rosch Haschana-1 Tischti 5774 (5 September 2013, Donnerstag)-9:00

(Tora: Bereschit 22:1-22:24; Maftir:Bemidbar 29:1-29:6; Haftara: Schmuel I 1:1-2:10)

Maariw Erev 2 Tag Rosch Haschana-1 Tischri 5774(5 September 2013, Donnerstag)-18:30

Schacharit 2 Tag Rosch Haschana-2 Tischri 5774 (6 September 2013, Freitag)-9:00

(Bereschit 22:1-22.24, Maftir: Bemidbar 29:1-29:6; Haftara: Jirmejahu 31.1-31:19)

Schabbat Tschuwa-3 Tischri 5774 (7 September 2013)-9:00

Fasten Gedalja-4 Tischri 5774 (8 September 2013, Sonntag)

Sigismundstraße 19

 

Quellangabe: ORD Deutschland 

Rosh HaShana wird am ersten und zweiten Tag des siebenten Monats, Tischri, begangen. Das Fest dauert in Israel und in der Diaspora zwei Tage. Nissan wird in der Tanakh als erster Monat im Jahr bezeichnet. Tischri kennzeichnete den Beginn des bürgerlichen Jahres. Tischri ist der Monat in dem die Welt erschaffen wurde. Mit Tischri beginnen das Schmitta- und das Joweljahr, Sklaven wurden befreit und Eigentum den früheren Besitzern zurückgegeben. Zu Rosh HaShana formte G-tt Adam aus Lehm, Abraham, Isaak und Jakob wurden an diesem Tag geboren, Josef aus dem Gefängnis in Ägypten befreit und Moses erschien vor dem Pharao und forderte ihn auf, das Volk gehen zu lassen.

Rosh HaShana wird durch den folgenden Tanakhsvers festgelegt: "Im siebenten Monat, am ersten des Monats sei euch eine Feier, ein Gedächtnistag des Schofars, heilige Berufung …"(Wajikra 23,24). Zum Unterschied von anderen Festen hat Rosh HaShana keinen Ursprung in der Geschichte oder in der Landwirtschaft.

Das Konzept des Neuen Jahres als "Jom HaDin" oder "Tag des Gerichtes", wenn die Menschheit von ihrem Schöpfer gerichtet und das Schicksal jedes einzelnen im Buch des Lebens eingeschrieben wird, ist rabbinischen Ursprungs und basiert auf den folgenden Versen: "Stoßet in die Schofars zum Neumond, zum Vollmond am Tag unseres Festes. So ist es bestimmt für Israel, von Jakobs G-tt ein Gesetz."(Psalm 81, 4-5) Schon im Monat Elul wird das Schofar an jedem Werktag beim Morgeng-ttesdienst geblasen, um die Betenden zu ernsthafter Kontemplation aufzufordern.

Ab der Samstagnacht (Punkt Mitternacht) vor Rosh HaShana werden täglich (in manchen Synagogen zwischen Mitternacht und Morgengrauen) die Slichotgebete gesagt. Neujahrskarten mit Wünschen für ein gutes und "süsses" Jahr werden an Verwandte und Freunde geschickt. Es ist auch Brauch, einander nach dem dem G-ttesdienst am Vorabend von Rosh HaShana mit "Leshana towa tikatew wetichatem" zu begrüßen. "Mögest Du für ein gites Jahr eingeschrieben und besiegelt werden".

Der Angesprochene antwortet mit "gam Ata" – "auch du". Auch die Bräuche und Zeremonien, die zu Hause ausgeführt werden, reflektieren die Hoffnung auf ein gutes Jahr: Zusätzlich zum Kiddusch und dem Anzünden der Kerzen wird ein Stückchen Apfel in Honig getaucht. Damit wird eine symbolische Handlung ausgeführt, die bedeutet: "Möge es G-ttes Wille sein, uns ein gutes und süsses Jahr zu bescheren. Man taucht auch Brot in den Honig. Auch dies drückt die Hoffnung aus, die Erfahrungen des neuen Jahres mögen so süss sein wie das Brot.Am zweiten Abend wird eine Frucht, die während des Jahres noch nicht gegessen wurde, gekostet. Dazu wird der passende Segen gesprochen.Bei den sephardischen Juden gibt es einen Seder für Rosh HaShana, der an den Seder zu Pessach und zu Tu Bishvat erinnert.

Zu Rosh HaShana wird von den täglichen Aktivitäten Abstand genommen. Stattdessen nimmt an den G-ttesdiensten teil.Der G-ttesdienst hat das Leben und das allgemeine Wohlergehen des Einzelnen sowie den Frieden für die ganze Menschheit zum Thema. "Unetane Tofef" – "Wir feiern die Heiligkeit dieses ehrfurchtsvollen Tages" gehört zu den wichtigsten Gebeten des Tages. Es bespricht das Thema des Gerichtstages und schließt mit den bekannten Worten: "Aber Buße, Gebet und Wohltätigkeit wenden das strenge Urteil ab.

"Malchiot, Zichronot und Schofrot sind Gebete, die G-ttes Königtum anerkennen: Malchiot, ein Appell an die G-ttliche Vorsehung durch die Erinnerung (Zichronot) an die Verdienste unserer Vorfahren und die Hoffnung, Leben und Frieden werden auf die ganze Welt herabkommen, wie es durch das Schofar, verkündet wird (Schofrot).Das Schofar, das die Gemeinde zur Umkehr aufruft, wird vor und während des Musaf Gebetes geblasen, außer wenn Rosh HaShana auf einen Schabbat fällt. Das Schofar ertönt hundert Mal zu bestimmten Zeiten im G-ttesdienst, die Gemeinde erwartet die Töne stehend und in vollkommener Stille.

Es gibt drei Arten von Schofartönen:

  • Tekiah- ein langer, tiefer Ton, derr abrupt endet
  • Shewarim – drei kurze Töne
  • Teruah – neun kurze Töne

Der letzte Ton, ein verlängertes Tekiah, wird "Tekiah Gedolah" genannt. Mit Rosh HaShana beginnen die Zehn Bußtage (Asseret Jamei Teschuwah), die ehrfurchtsvollste Zeit des jüdischen Jahres, eine Periode des aufrichtigen Bekenntnisses und der Reue. Der Schabbat, der in diese Zeit fällt, heißt "Schabbat Schuwah" – "Schabbat der Umkehr", denn die Prophetenstelle, die im Morgeng-ttesdienst gelesen wird, beginnt mit dem Wort "Schuwah" – "Kehre um", eine Ermahnung Israels, zu G-tt umzukehren.

Quellangabe:Wikipedia

Rosch ha-Schana (auch Rosch ha-Schanah, in aschkenasischer Aussprache Rausch ha-Schono oder Roisch ha-Schono oder volkstümlich auf Jiddisch Roscheschone, Roscheschune genannt;

Hebräisch ‏ראֹשׁ הַשָּׁנָה‎ Haupt des Jahres, Anfang des Jahres) ist der jüdische Neujahrstag. Die Mischna, die wichtigste Sammlung religiöser Überlieferungen des rabbinischen Judentums, legt dieses Fest als Jahresbeginn und für die Berechnung von Kalenderjahren fest. Der Neujahrsgruß ist שנה טובה schana tova ("ein gutes Jahr") oder auch שנה טובה ומתוקה schana tova u'metuka ("ein gutes und süßes Jahr"). Rosch ha-Schana fällt nach dem jüdischen Kalender auf den 1. Tischri, der nach dem gregorianischen Kalender in den September oder in die erste Hälfte des Oktobers fällt.

Das genaue Datum im gregorianischen Kalender wechselt von Jahr zu Jahr, weil der jüdische Kalender mit 12 Mondmonaten von 29 bis 30 Tagen rechnen. Um die 354 oder 355 Tage mit dem Sonnenjahr in Einklang zu bringen, wird etwa alle drei Jahre ein ganzer Schaltmonat eingefügt. An Rosch ha-Schana beginnen die Zehn ehrfurchtsvollen Tage (hebräisch Jamim Noraim), die mit dem Jom Kippur enden. Die rabbinische Literatur beschreibt diesen Tag als einen Tag des Gerichts.

Einige Beschreibungen schildern G-tt als auf einem Thron sitzend, wobei Bücher mit den Taten aller Menschen offen vor ihm liegen. Der Silvestergruß "Guter Rutsch" ist etymologisch eine Verballhornung aus dem Jiddischen beziehungsweise Tanakh-Hebräischen und leitet sich vom hebräischen ראש השנה טוב Rosch ha-Schana tov (= einen guten Anfang; wörtlich: Kopf – des Jahres – gut; also etwa: "Gutes Neujahr") ab. Diese Floskel dürfte Anfang des 20. Jahrhunderts im Deutschen geläufig geworden sein.

Es ist ein Tag des Schofar-Blasens. In der Tora wird dieser Tag auch Tag des Schofars genannt. Kein Trauertag, sondern ein Fest, an dem sich die Juden – wegen G-ttes Erbarmen – freuen sollen. Außer dem Hallel, das an Neujahr ausgelassen wird, gleicht es in seinen feierlichen Merkmalen allen anderen Festen: Kleidung, Waschen, Haareschneiden, innere Vorbereitung und festliche Mahlzeiten. Rosch ha-Schana ist auch "Jom Hadin", Tag des Gerichts: Am Neujahrsfest werden drei Bücher geöffnet: Ins erste werden die ganz Gerechten eingetragen, die sofort das Siegel des Lebens erhalten. Ins zweite Buch werden die ganz Bösen eingetragen, die das Siegel des Todes erhalten.

Und das dritte Buch ist für die Mittelmäßigen bestimmt, die sowohl Sünden wie Verdienste vorweisen können. Das endgültige Urteil bleibt in der Zeit vom Neujahrstag bis zum Jom Kippur offen. Durch Einkehr und Umkehr ist es möglich, das Siegel des Lebens zu erhalten.Die Ordnung von Gebeten, Schofarblasen, Kiddusch und Mahlzeiten, die für den ersten Neujahrstag gültig ist, gilt auch für den zweiten Neujahrstag. Es ist aber kein "zweiter Feiertag", wie er in der Diaspora bei den anderen Feiertagen üblich ist. Beide Tage zusammen bezeichnet der Talmud als einen 48 Stunden langen Feiertag.

Am Nachmittag des ersten Tages gibt es den Taschlich-Brauch, nach einem Gebet zur Vergebung von Sünden diese symbolisch durch Werfen von Steinen oder Brotkrumen ins Wasser abzustreifen. Rosch ha-Schana ist laut Talmud Beginn und in der Folge Jahrestag der Weltschöpfung, steht aber auch für den Jahrestag der Geburt Adams. Es ist der Tag der Forderung, Bilanz zu ziehen über das moralische und religiöse Verhalten im abgelaufenen Jahr, und man tritt mit Gebeten für eine gute Zukunft vor G-tt. Genuss von Honigkuchen (Honek-Lejkech), Zimmes, Weintrauben, süßem Wein und in Honig getauchte Apfel- (oder auch Challa-)scheiben drücken die Hoffnung auf ein gutes, süßes Jahr aus.

Ebenfalls wird zuweilen ein symbolisches Stück von einem Fisch- oder Schafskopf mit den Worten "Möge es dein Wille sein, dass wir zum Kopf und nicht zum Schwanz werden" gegessen.Ein weiterer Brauch ist das Essen von Granatäpfeln, die viele Kerne enthalten. Dazu sagt man: "Möge es dein Wille sein, dass unsere Rechte sich wie der Granatapfel mehren."In jiddischsprechenden Gemeinden wurden Möhren (mern) mit den Worten "Möge es dein Wille sein, dass sich unsere Rechte mehren" gegessen.

Manchmal werden auch Datteln gegessen, wobei gesagt wird: "Möge es dein Wille sein, dass unsere Verleumder und Ankläger zugrunde gehen."Der Segensspruch nach dem G-ttesdienst ist "leschana towa tikatewu" bzw. aschkenasisch "leschono tauwo tikossejwu" ("Ihr möget zu einem guten Jahr eingeschrieben werden"). Am Morgen vor dem Neujahrsfest findet nach dem Morgengebet das "Entbinden von Gelübden" statt (vor drei Gläubigen, die für diesen Zweck ein "Gericht" gebildet haben).