קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Hohenemsreise - Dezember 2014

      Jüdisches Leben in Hohenems hatte 1617 mit der Ansiedlung der ersten Juden durch die örtliche Reichsgrafenfamilie seinen Anfang und endete 1942 mit der Deportation der letzten Jüdin aus Hohenems ins Konzentrationslager Theresienstadt. Noch heute sind viele Spuren der jüdischen Geschichte in der Stadt vorhanden. Zum Beispiel der noch benutzte Friedhof im Süden, die ehemalige Synagoge, die ehemalige jüdische Schule, das ehemalige Versorgungsheim für die Alten und Armen der jüdischen Gemeinde sowie zahlreiche Bürgerhäuser und Fabrikantenvillen.Bereits 1905 hat der Hohenemser Rabbiner Aron Tänzer mit seiner umfangreichen Geschichte der Juden in Hohenems die Basis für eine Erforschung dieser Geschichte gelegt. Inzwischen sind zur Jüdischen Geschichte von Hohenems, zu Antisemitismus und Zeit des Nationalsozialismus in Vorarlberg oder zur Frage des Umgangs mit dem ehemaligen jüdischen Viertel in Hohenems zahlreiche Publikationen und ein Video-Film erschienen, die unter anderem im Jüdischen Museum Hohenems erhältlich sind.

      1617 legte ein Schutzbrief des Reichsgrafen Kaspar von Hohenems die rechtliche Grundlage für die Ansiedelung von jüdischen Familien und den Aufbau einer jüdischen Gemeinde. Der Reichsgraf erhoffte sich dadurch wirtschaftliche Impulse für seinen Markt. Im 17. Jahrhundert kam es zu Vertreibungen, nachdem aber den jüdischen Familien die Rückkehr gestattet wurde, florierte die jüdische Gemeinde. Es kam zum Bau einer Synagoge, eines Ritualbads (Mikwe), eines Armenheims und ein jüdischer Friedhof wurde angelegt.1797 gründete der aus Augsburg stammende Herz Jakob Kitzinger das erste Kaffeehaus Vorarlbergs. Das "Kaffeehaus Kitzinger" war bald Treffpunkt für die verschiedensten israelitischen Geselligkeitsvereine. So gründeten jüdische Bürger 1813 in diesem Haus die Lesegesellschaft.

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Bar Mitzwa oder Bar Mizwa

Bar Mitzwa oder Bar Mizwa (von aramäisch בַּר ‚Sohn‘ und hebräisch מִצְוָה ‚Gebot‘), bezeichnet im Judentum die religiöse Mündigkeit. Knaben erreichen sie im Alter von dreizehn Jahren. Bar Mitzwa bezeichnet sowohl den Status als auch den Tag und die Feier, an dem die Religionsmündigkeit eintritt. Grundlage ist die rechtliche Regelung gemäß dem jüdischen Recht über den Zeitpunkt, ab dem ein Junge für die Beachtung und Einhaltung der jüdischen Gebote (Mitzwot, Einzahl Mitzwa) verantwortlich ist. Dieser Übergangsritus geht mit der physiologischen Pubertät einher.

Der Bar Mitzwa darf bzw. muss von da an alle religiösen Aufgaben erfüllen, etwa in der Synagoge aus der Tora vorlesen. Dazu gehört auch das Anlegen von Tefillin, d. h. Lederkapseln, die Tora-Stellen auf Pergament enthalten und mit Lederriemen an Hand und Kopf befestigt werden. Die hebräischen Begriffsbestandteile können im Deutschen auf unterschiedliche Weise transkribiert werden. Mitzwa kann auch als Mitzva(h) oder Mizwa(h) geschrieben werden, Bat auch als Bas. Die männliche Mehrzahlform lautet B'nei Mitzwa (Söhne der Pflicht). Ursprünglich handelte es sich um einen erreichten, an die körperliche Reife gebundenen Rechtszustand des jungen Knaben. 

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Gedenken an die Pogromnacht

Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.
Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, das Gegenteil von Erinnerung und Gedächtnis nicht Vergessen, es ist wiederum Gleichgültigkeit.
Nur Erinnerung kann gegen sie ankämpfen.
Wenn wir ans dieser Gleichgültigkeit ausbrechen, kann die Vergangenheit mit all dem Grauen, das sie enthält, ein Schutzschild für Menschheit werden
Elie Wiesel